Herz ABC

Hier finden Sie in alphabetischer Reihenfolge Informationen zu Begriffen aus der Herzmedizin. Diese dienen der Erklärung von Fachbegriffen, können aber nicht den persönlichen, fallbezogenen ärztlichen Ratschlag ersetzen. Wenden Sie sich mit konkreten Fragen zu Diagnostik oder Therapie stets vertrauensvoll an Ihren Arzt. Informationen zu Untersuchungsverfahren finden Sie unter der Rubrik Diagnostik

Ablation

Methode zur Unterbrechung abnormer elektrischer Leitungsbahnen im Herzen. Sie ist angebracht bei bestimmten potentiell gefährlichen Herzrhythmusstörungen mit schneller Überleitung der Herzströme auf die Herzkammer. Mittels Elektrodenkatheter werden diese Leitungsbahnen zunächst durch systematisches Abtasten der Herzbinnenräume und EKG-Ableitung aus dem Herzinneren lokalisiert. Die schnell leitende Bahn wird dann mit einem Hochfrequenzstrom umschrieben koaguliert (verkocht) und dadurch die schnelle Leitung unterbunden. Mit einer hohen Erfolgsquote kann damit eine definitive Heilung erzielt werden.

Nach oben

AICD

Automatischer interner Cardio-Defibrillator: spezieller Herzschrittmachertyp zur Behandlung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre Tachykardien, Kammerflattern, Kammerflimmern). Er kann diese Herzrhythmusstörungen über die Schrittmachersonde erkennen und arbeitet mittels programmierter elektrischer Stimulationen oder Elektroschock, die die Herzrhythmusstörungen dann gezielt unterbrechen.

Nach oben

Angina pectoris

Das typische Beschwerdebild bei koronarer Herzerkrankung. Es handelt sich um einen Schmerz hinter dem Brustbein, der als Druck, Enge, Reifengefühl oder auch brennend empfunden werden kann. Lokalisiert in der Mitte der Brust, kann er in den linken Arm, seltener Hals, Oberbauch, Rücken, rechten Arm ausstrahlen. Er ist oft mit dem Gefühl von Atemnot oder Angst verbunden. Bei besonders heftigen, ungewohnten Angina pectoris-Beschwerden, besonders bei einer Zeitdauer über 20 min ist an einen Herzinfarkt zu denken.

Nach oben

Arteriosklerose

Erkrankung der Arterien, die nicht nur die Herzkranzgefäße, sondern auch alle anderen Arterien befallen kann. Es handelt sich im Gegensatz zum oft gebrauchten Begriff "Arterienverkalkung" um einen sehr komplizierten Prozeß, bei dem entzündliche Vorgänge eine große Rolle spielen. Auch immunologische Faktoren werden diskutiert. Betroffen werden neben den Herzkranzarterien vorwiegend die hirnversorgenden Arterien und die Arterien der unteren Extremitäten.

Folge ist eine Minderdurchblutung. Die Entwicklung der Arteriosklerose wird begünstigt durch die sogenannten Risikofaktoren.

Die Früherkennung der Arteriosklerose ist an den Halsschlagader durch Vermessung der Gefäßwanddicke per Hochleistungsultraschall möglich. Am Herzen wird eine Früherkennung vor dem Auftreten von Einengungen (Stenosen) möglich, wenn Kalkeinlagerungen, auch in feinster Form, vorhanden sind. Dies können mit der Elektronenstrahltomographie (EBCT) nachgewiesen werden.

Nach oben

AV-Block

Verlangsamung oder Unterbrechung der Herzstromüberleitung vom Herzvorhof auf die Kammer über den AV-Knoten. Beim AV-Block 1. Grades kommt es nur zu einer Verlangsamung der Überleitung, dementsprechend ist das Zustandsbild harmlos. Beim AV-Block 2. Grades fällt die Überleitung periodisch aus, sodass z.B. jeder dritte, vierte oder fünfte Schlag nicht übergeleitet wird. Führt dies zu einer wesentlichen Verlangsamung der Herzschlagfrequenz, ist ein Herzschrittmacher notwendig. Fast immer ist das beim AV-Block 3. Grades der Fall, bei dem die Überleitung komplett unterbrochen ist und ein Ersatzrhythmus eintritt.

Nach oben

AV-Knoten

Struktur des Reizleitungssystem des Herzens, über das die Herzströme vom Sinusknoten auf die Leitungsstrukturen der Herzkammern übergeleitet werden. Höhere Grade des AV-Blocks führen dazu, dass die Herzströme teilweise oder auch vollständig nicht auf die Herzkammern gelangen, sodass die Herzfrequenz abnimmt. Höhere Grade des AV-Blocks werden mittels Implantation eines Herzschrittmachers behandelt.

Nach oben

Bypass

Umgehung verengter Herzkranzgefäßabschnitte. Verwendet wird hierzu Venenmaterial, das aus dem Bein entnommen wird. Diese Venen wandeln sich durch Umbau, sodass sie schließlich wie Arterien aufgebaut sind. Alternativ können Brust- oder auch Unterarmarterien verwendet werden. Diese haben eine längere Haltbarkeit. Allgemein gehen statistisch pro Jahr einige der Bypässe zu. Die Überprüfung erfolgt in regelmäßigen Abständen durch eine kardiologische Basisuntersuchung (Belastungs-EKG, Echokardiographie). Bei Verdacht auf Verengung oder Verschluss kann der Nachweis einer Minderdurchblutung des Herzens mit Stressechokardiographie, Myocardszintigraphie oder Cardio-MRT
erfolgen. Eine Darstellung der Bypaßgefäße selbst ist mit Magnetresonanztomographie und Elektronenstrahltomographie möglich. Letztere Verfahren gehören noch nicht zur Routinediagnostik.

Nach oben

Bypassoperation

Operativer Eingriff bei koronarer Herzerkrankung. Er besteht in der Anlage von Bypässen (Umgehungen), mit denen die Engstellen in den Herzkranzgefäßen überbrückt werden. Hierzu werden Venen aus dem Bein entnommen und an die Hauptschlagader einerseits, die Kranzgefäße andererseits aufgenäht. Hiermit wird eine praktisch normale Durchblutung des Herzmuskels gewährleistet. Angebracht ist der Eingriff bei schwereren Formen der koronaren Herzkrankheit. Der mehrstündige Eingriff wird von spezialisierten Herzchirurgen ausgeführt. Nach einem meist fünf- bis siebentägigen Krankenhausaufenthalt erfolgt eine vierwöchige Rehabilitationsbehandlung.

Nach oben

Cholesterin

Baustoff der im Körper absolut notwendig ist, z.B. zum Aufbau der Zellmembran. Das Cholesterin stammt nur zu ca. 1/3 aus der Nahrung, der Rest wird von der Leber gebildet. Es ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose bzw. Herz- Kreislauferkrankungen. Einen "normalen" Cholesterinwert gibt es eigentlich nicht, sondern nur Bereiche mit kleinem und großen Risiko für diese Erkrankungen. Der erwünschte Bereich hängt davon ab, ob bereits eine Arteriosklerose besteht und ob weitere Risikofaktoren bestehen. Das Gesamtcholesterin alleine ist meist weniger aussagekräftig als die Bestimmung der Untergruppen HDL-Cholesterin ("gutes") und LDL-Cholesterin ("schlechtes"). Besonders wichtig ist die Cholesterinsenkung nach Herzinfarkt. Basis der Behandlung ist eine angepaßte Ernährung. Häufig müssen aber, um sehr niedrige Werte zu erzielen, Medikamente zugegeben werden. Die Erhöhung nennt man Hypercholesterinämie. Besonders risikoreich sind die familiären Formen.

Nach oben

Defibrillator

Siehe AICD

Nach oben

Endokarditis

(Herzinnenhautenzündung): durch Bakterien oder rheumatisch ausgelöste Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard). Die Endokarditis heilt unter Behandlung oft mit Narben ab. Es kann sich ein Herzklappenfehler entwickeln. Endokarditis ist ein lebensbedrohliches Krankheitsbild. Wichtig ist die Prophylaxe bei Patienten mit Herzklappenfehlern bzw. manchen angeborenen Herzfehlern.

Nach oben

Extrasystole

(Extraschlag): Neben dem vom Sinusknoten ausgehenden regelmäßigen Herzschlag auftretender zusätzlicher, vorzeitiger Herzschlag. Er entsteht durch einen Herzstrom, der sich außerhalb des Rhythmuszentrums, dem Sinusknoten bildet. Man unterscheidet supraventrikuläre (aus Herzvorhof oder AV-Knoten stammende Extrasystolen und ventrikuläre (aus der Herzkammer stammende) Extrasystolen. Bemerkbar machen sie sich durch Herzstolpern. Oft werden sie auch bemerkt durch die folgende Pause ("Aussetzer") mit nachfolgend besonders festem Herzschlag.

Extrasystolen sind oft unangenehm, aber nicht immer gefährlich. Ihre Einstufung erfordert die Analyse durch ein 24-Stunden-EKG und eine gründliche Herzuntersuchung, da sie oft Anzeichen einer Herzerkrankung sind. Die Untersuchungsergebnisse zusammengenommen definieren die Behandlungsbedürftigkeit. Zur Behandlung stehen zahlreiche verschiedenartige Medikamente (Antiarrhythmika) zur Verfügung, die aber nur unter strenger Indikationsstellung zum Einsatz kommen dürfen. In jedem Falle ist eine kardiologische Beurteilung angebracht.

Nach oben

Herz

Zentrum des Lebens, aber auch ein Hohlmuskel. Eine Hochleistungspumpe, aber auch mehr als das.

Das Herz besteht aus 4 Abschnitten, dem rechten und linken Herzvorhof und der rechten und linken Herzkammer. Sauerstoffarmes Blut (venöses Blut, da es in den Venen transportiert wird) wird aus dem Körper gesammelt und über die große Hohlvene dem Herzen zugeführt. Es gelangt über den rechten Vorhof in die rechte Herzkammer, von dort in die Lungenschlagader. Diese zweigt sich in der Lunge in kleinste Gefäßäste immer mehr auf und bildet dort ein Kapillarnetz. Hier belädt sich das Blut mit Sauerstoff (arterielles Blut, da es über die Arterien dem Körper zugeführt wird) und wird dann über die Lungenvenen der linken Herzhälfte zugeführt. Dabei fließt es über den linken Herzvorhof in die linke Herzkammer, die das Blut unter hohem Druck über die Hauptschlagader in den Kreislauf befördert.

Diese Herzabschnitte bestehen aus Herzmuskel (Myokard). Er ist an der linken Herzkammer kräftig, im übrigen aber relativ dünn. Innen ist der Herzmuskel hohl und von Herzinnenhaut (Endokard) ausgekleidet.

Die Herzklappen liegen einerseits zwischen den Herzvorhöfen und Kammern (Mitral- und Tricuspidalklappe), andererseits zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader (Aortenklappe) und rechter Herzkammer und Lungenschlagader (Pulmonalklappe). Sie sorgen dafür, daß Blut nicht nach rückwärts fließt, indem sie sich nach dem Blutdurchfluß schließen.

Das Herz ist umgeben vom Herzbeutel (Perikard), der es zu den umgebenden Organen abgrenzt.

Der Herzmuskel muß selbstverständlich mit Energie versorgt werden. Das hierzu nötige Blut wird von den Herzkranzarterien herantransportiert. Diese entspringen aus der Hauptschlagader. Drei große Hauptäste (Vorder- Hinter- und Seitenwandast) verzweigen sich über die Nebenäste bis zu den kleinsten Haargefäßen (Kapillaren). So ist das System der Kranzarterien einem Baum vergleichbar.

Daß der Herzmuskel regelmäßig im Takt mit einer Schlagzahl (Herzfrequenz) von zumeist 60-90 Schlägen/min arbeitet, wird durch den Ablauf der Herzströme gewährleistet. Der "Taktgeber" des Herzens ist der Sinusknoten, in dessen speziellen Zellen regelmäßig ein elektrischer Impuls gebildet wird, der über das sogenannte Reizleitungssystem, ein Kabelsystem des Herzens über den AV-Knoten auf den Herzmuskel geleitet wird. Der Herzstrom löst das Zusammenziehen des Herzmuskels (Kontraktion) aus.

Nach oben

Herzinfarkt

Absterben von Teilen des Herzmuskels mit folgender Narbenbildung. Ein Herzinfarkt entsteht, wenn die Blutzufuhr zum Herzmuskel unterbrochen ist, zumeist durch Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einer Herzkranzarterie. Zugrunde liegt im Regelfall eine Verengung (Stenose) der Herzkranzarterie und/oder ein Aufbruch der Gefäßinnenhaut. Die Gefährlichkeit des Herzinfarkts besteht zunächst im Auftreten von Herzkammerflimmern mit nachfolgendem plötzlichen Herztod. Daran versterben ca. 40 % aller Herzinfarktpatienten bereits, bevor ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Auch im weiteren Verlauf der ersten drei Tage können Herzrhythmusstörungen gefährlich werden, aber unter EKG-Überwachung erkannt und behandelt werden.

Eine weitere Gefahr ist die Einschränkung der Pumpleistung des Herzmuskels. Generell ist der Herzinfarkt je größer, desto gefährlicher.

Für die Behandlung des akuten Herzinfarkts spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle. Durch Auflösung des Gerinnsels mit Medikamenten oder Kathetereingriff (PTCA) kann der Infarkt oft entscheidend verkleinert werden, damit wird nicht nur die Überlebenschance verbessert, sondern auch die spätere Leistungsfähigkeit.

Symptome des Herzinfarkts sind: Brustenge oder -schmerzen, länger als 15-20 min anhaltend, besonders heftige Brustschmerzen, oft mit Atemnot und Angstgefühl verbunden, auch verbunden mit Blässe, Schwindel, Benommenheit, oft auch mit Ausstrahlung in den linken Arm, seltener auch rechten Arm, Hals, Rücken oder Oberbauch. Es empfiehlt sich bei Infarktverdacht die sofortige Krankenhauseinweisung, am besten mit dem Notarztwagen.

Nach oben

Herzinsuffizienz

Zustand mangelnder Herzleistung (Pumpleistung), verursacht durch mangelnde Herzfüllung (z.B. bei koronarer Herzerkrankung, nach Herzinfarkt, bei hypertensiver Herzerkrankung) oder mangelnde Herzmuskelkraft (z.B. bei dilatativer Kardiomyopathie). Äußert sich in Kurzatmigkeit, Wasseransammlung in Beinen und Bauchraum, schneller Ermüdbarkeit, Neigung zu schnellem Herzschlag. Eine gefährliche Form ist das Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge), das gekennzeichnet ist durch stärkste Atemnot, rasselnde Atemgeräusche, Abhusten schaumigen Auswurfs.

Die Behandlung der Herzinsuffizienz richtet sich zunächst nach der Behandlung der festgestellten Herzerkrankung. Eine eingehende kardiologische Untersuchung ist notwendig. Allgemeine Behandlungsprinzipien sind Medikamente zur Stärkung der Herzmuskelkraft (vorwiegend Digitalis), zur Entlastung des Herzens (vorwiegend ACE-Hemmer), Mittel zur Förderung der Wasserausscheidung (Diuretika) sowie Betablocker. Eine sachgerecht durchgeführte Behandlung verlängert nachweisbar die Lebensdauer und setzt die Häufigkeit von Krankenhausbehandlungen herab.

Nach oben

Herzklappen

Aus einem Bindegewebsgerüst bestehende, segelartige Strukturen. Sie sind mit Herzinnenhaut (Endokard) überkleidet. Sie bestehen aus zwei (Mitralklappe) bzw. drei Anteilen (Tricuspidal-, Aorten- und Pulmonalklappe). Sie arbeiten ähnlich einem Schleusentor indem sie sich dem Vorwärtsblutstrom öffnen, bei Rückfluß des Blutes jedoch schließen.

Nach oben

Herzklappenfehler

(=Vitium cordis): Fehlfunktion der Herzklappen durch Verengung (Stenose), Schlußunfähigkeit (Insuffizienz) oder beides (kombiniertes Vitium). Ursachen sind Endokarditis oder degenerative Verkalkung der Klappen. H. führen langfristig zu Überlastung des Herzmuskels, unter Umständen auch zu einer nicht mehr rückbildungsfähigen Schädigung. Die Diagnose und Verlaufsbeurteilung erfolgt mittels regelmäßiger Echokardiographie. Leichtgradige Formen werden medikamentös behandelt oder nur beobachtet, höhergradige durch operativen Herzklappenersatz behandelt. Wichtig ist ein zeitiges Eingreifen, damit Schädigungen des Herzmuskels vermieden werden. Zu beachten ist weiterhin die Vorbeugung der Endokarditis.

Nach oben

Herzkranzgefäße

Arterien, die das Blut zum Herzmuskel führen. Sie haben am Abgang aus der Hauptschlagader (Aorta) einige mm Durchmesser und verzweigen sich baumartig bis zu den Haargefäßen (Kapillaren). Sie bestehen aus 3 Schichten: der Gefäßinnenhaut, der mit kleinen Muskelzellen zur Regulierung der Weite versehenen mittleren Schicht, und der Aussenschicht über die die Gefässwände mit Blut und Sauerstoff versorgt werden

Nach oben

Herzkranzgefäßerkrankung

Nach oben

Herzmuskelentzündung

Nach oben

Herzrhythmusstörungen

Jede Störung der regelmäßigen Abfolge oder der Frequenz des regelmäßigen Herzrhythmus. Als normale Herzfrequenz gilt 60-90 Schläge pro Minute. Abweichungen nach oben oder unten kommen vor, müssen aber nicht immer krankhaft sein. Man unterscheidet im wesentlichen Bradykardien (Verlangsamung), z.B. bei AV-Block oder Sinusknotensyndrom, Tachykardien, und Extrasystolen.

Nach oben

Herzschrittmacher

Aggregat zur Aufrechterhaltung eines regelmäßigen Herzschlags bei erheblicher Verlangsamung. Der Herzschrittmacher besteht aus dem eigentlichen Schrittmacheraggregat (computerisierter Steuerteil und Batterie) sowie der Sonde, über die Schwachstromimpulse vom Aggregat auf den Herzmuskel geleitet werden und diesen zur Kontraktion (Zusammenziehung) bringen. Dies erfolgt nur, wenn der eigene Herzschlag ausbleibt (Bedarfsschrittmacher).

Verschiedene technische Daten können durch Programmierung von außen mit einem Programmiergerät individuell eingestellt werden, z.B. Stromspannung, Dauer des Impulses, Herzfrequenz. Kompliziertere Systeme können die Herzfrequenz mittels Aktivitätserfassung über Sensoren steuern, andere haben spezielle Vorrichtungen zur Vermeidung von Herzrasen, viele können herzeigene Impulse aufzeichnen, sodass diese abgefragt werden können.

Grundsätzlich unterscheidet man Einkammer- und Zweikammerschrittmacher. Zweikammermodelle haben neben der üblichen Sonde in der Herzkammer noch eine zweite im Herzvorhof, sodass der normale Ablauf der Herzströme sehr genau nachgemacht wird. Sie können jeweils zusätzlich frequenzadaptiert sein, d.h. die Frequenz bei Belastung steigern. Die Auswahl richtet sich nach der zugrundeliegenden Rhythmusstörung.

Nach oben

Hochdruckherz

siehe auch:

Hypertensive Herzkrankheit
Erkrankung des Herzmuskels bei Bluthochdruck. Durch die Belastung des Herzmuskels nimmt die Herzmuskelwanddicke zu. Hierdurch kann es zu einer Behinderung der Blutfüllung des Herzens kommen mit nachfolgender Herzinsuffizienz, außerdem zur Mangeldurchblutung des Herzmuskels mit dem Symptom Angina pectoris. Eine unbehandelte hypertensive Herzkrankheit kann auf Dauer zu einer schweren Herzmuskelschädigung führen. Die Behandlung besteht in exakter Blutdruckeinstellung, wobei bestimmte Blutdruckmedikamente bevorzugt werden.

Nach oben

IGeL - Individuelle Gesundheitsleistung

Herzenssache IGeLDie Individuellen Gesundheitsleistungen (kurz: IGeL) sind Leistungen, die Ärzte in Deutschland ihren gesetzlich krankenversicherten Patienten anbieten können.

Sie reichen über das vom Gesetzgeber definierte Maß einer ausreichenden und notwendigen Patientenversorgung hinaus und sind daher von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht gedeckt.

» Lesen Sie hier einen Bericht über die Kardiologische Praxis von Dr. Matthias Salefsky aus IGeL plus, dem Magazin für das erfolgreiche Praxisteam. (Pdf-Datei)

Nach oben

Kardiomyopathie

Allgemeiner Begriff für Herzmuskelerkrankung. Es werden drei Formen unterschieden:

Dilatative Kardiomyopathie
Häufigste Form der K. Die Ursache ist oft erblich bedingt, häufig auch durch Alkohol. Seltener sind Virusinfektionen mit Herzmuskelentzündung oder seltene Stoffwechselerkrankungen verantwortlich. Das Herz ist erweitert und die Herzmuskelkraft herabgesetzt. Dies bedingt das Bild einer Herzinsuffizienz. Die Diagnose erfolgt mittels Echokardiographie und erfordert den Ausschluß einer koronaren Herzerkrankung mittels Herzkatheteruntersuchung. Die Behandlung erfolgt wie bei Herzinsuffizienz.

Hypertrophe Kardiomyopathie
Meist sehr erhebliche Verdickung des Herzmuskels mit der Folge einer Einstrombehinderung des Blutes. Kann auch zum Bild der Herzinsuffizienz führen. Die Ursache ist genetisch bedingt. Behandelt wird mit Medikamenten.

Liegt gleichzeitig eine unproportionale Verdickung der Herzscheidewand vor, kann das zu einer bedeutenden Behinderung des Ausstroms des Blutes in die Hauptschlagader führen, da diese Verdickung im Ausflußtrakt unterhalb der Aortenklappe liegt. Symptome sind Schwindel bei Anstrengung und Kollaps mit Bewußtlosigkeit (Synkope), letzere u.U. auch ausgelöst durch Herzrhythmusstörungen. Behandelt werden leichtere Fälle mit Medikamenten, schwerere durch Operation oder durch eine Herzkathetereingriff.

Nach oben

Restriktive Kardiomyopathie

Seltenste Form, verursacht durch Verdickung der Herzinnenhaut bei verschiedenen seltenen Erkrankungen.

Nach oben

Koronararterien

Nach oben

Koronare Herzerkrankung (KHK)

Erkrankung der Herzkranzarterien, generell bedingt durch Arteriosklerose. Die Erkrankung ist charakterisiert durch Auflagerungen in der Gefäßwand, die schließlich bis zu Verengungen fortschreiten können. Das führt zu einer Einschränkung der Blutzufuhr zum Herzen. Es ensteht das typische Symptom Angina pectoris. Schwere Störungen der Herzmuskeldurchblutung führen zu einer dauerhaften Schädigung des Herzmuskels. Verschließt sich eine Herzkranzarterie durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) vollständig, entsteht ein Herzinfarkt.

Die Diagnose der koronaren Herzerkrankung kann mit verschiedenen Methoden durchgeführt werden: Standardmethode ist das Belastungs-EKG. Das Ruhe-EKG zeigt nur sehr selten Veränderungen und ist daher ohne wesentliche Aussagekraft. Aber auch das Belastungs-EKG hat eine nicht kleine Fehlerquote. Etwa 30% sind dabei nicht erkennbar.

Speziellere Methoden sind die Streßechokardiographie und die Myokardszintigraphie. Mit diesen können Durchblutungsstörungen des Herzmuskels genauer als mit dem Belastungs-EKG erkannt werden und daraus Rückschlüsse auf Verengungen (Stenosen) der Herzkranzarterien gezogen werden. Frühformen der KHK , die mit Verkalkungen einhergehen, werden mit der Elektronenstrahl-Computertomographie (EBCT), einer neuen, noch in wissenschaftlicher Entwicklung befindlichen Methode mit höchster Treffsicherheit erkannt. Auch die Darstellung der Herzkranzarterien wird zur Zeit erprobt.Die Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie) erlaubt Studien der Herzdurchblutung mittels spezieller Kontrastmittel. Die Darstellung der Herzkranzarterien ist in Entwicklung. Standardmethode für die direkte Darstellung der Herzkranzarterien ist die Koronarangiographie (Herzkatheteruntersuchung), die zur Planung von Eingriffen zwingend notwendig ist.

Behandelt wird die koronare Herzerkrankung in Abhängigkeit vom Schweregrad. In leichteren Fällen genügen Medikamente zur Verbesserung der Herzmuskeldurchblutung bzw. zur Herabsetzung des Sauerstoffverbrauchs des Herzens. Herzu gehören vor allem die Medikamentegruppen Nitrate, Calciumantagonisten und Betablocker. Dazu sollte ein niedrig dosiertes Aspirinpräparat eingenommen werden. Von großer Wichtigkeit ist die Behandlung bzw. Vermeidung der koronaren Risikofaktoren.

In schwereren Fällen ist eine Ballondilatation (PTCA) angebracht. Sie ist nur bei geeigneten Koronarbefunden möglich, die mittels Herzkatheter definiert werden. Bei noch ausgeprägterer KHK ist oft eine Bypassoperation angebracht.

Nach oben

Myokarditis

Entzündung des Herzmuskels, verursacht meist durch Viren, seltener Bakterien oder parasitäre Erreger. Eine Myokarditis kann leichtgradig und unbemerkt verlaufen, aber auch zu schweren Symptomen mit Herzmuskelschwäche und Herzrhythmusstörungen führen. Dementprechend gibt es keine charakteristischen Beschwerden. Fieber, Müdigkeit, unregelmäßiger Pulsschlag, Kurzatmigkeit bei Belastung kommen vor. Die Diagnose wird mittels Echokardiographie, ergänzt durch infektiologische Blutuntersuchungen, gestellt. Eine spezifische Behandlung ist oft nicht möglich. Körperliche Schonung oder Bettruhe richten sich nach dem Schweregrad. Die Krankheit heilt meistens aus, selten bleibt eine Herzmuskelschwäche unter dem Bild der Kardiomyopathie zurück.

Nach oben

Präexzitationssyndrom

Sammelbegriff für verschiedene Formen der Herzerkrankung mit abnormen Bahnen des Reizleitungssystems (siehe unter Herz). Es handelt sich um zusätzliche elektrische Leitungsbahnen, die Herzströme schneller als das normale Reizleitungssystem vom Vorhof auf die Kammer überleiten. Es können sich Kreisbahnen der Herzströme ausbilden, die zu teilweise sehr schnellen Tachykardien führen. Bei sehr schneller Überleitung besteht die Gefahr, daß sogar Herzkammerflimmern ausgelöst wird. Behandelt werden muß bei Gefahr oder Nachweis schneller Überleitung und bei häufigen Tachykardien. Zur Verfügung stehen neben Medikamenten die Ablation der Leitungsbahn.

Nach oben

PTCA

(Ballondilatation): Methode zur Erweiterung verengter bzw. verschlossener Herzkranzgefäße. Mittels eines über die Leistenarterien und Hauptschlagader bis in die Herzkranzarterien eingebrachten Katheters als Führung wird ein zweiter, mit einem kleinen Ballon armierter Katheter über einen Führungsdraht in die Kranzgefäßverengung eingebracht. Dort wird er unter hohem Druck entfaltet und drückt so die Engstelle auseinander, wobei es häufig zu einem umschriebenen kleinen Gefäßeinriß kommen kann, der aber das Ergebnis nicht beeinträchtigt. Damit wird das Gefäß komplett oder bis auf eine geringe Restverengung geweitet und der Blutfluß wiederhergestellt. In komplizierteren Situationen kann zusätzlich ein Stent eingebracht werden. Der Eingriff gelingt fast immer, allerdings kommt es in einem nicht unbeträchtlichen Anteil zu einer erneuten Verengung (Restenose). Diese kann allerdings mit guter Erfolgsaussicht erneut behandelt werden.

Nach oben

Risikofaktoren

Alle Faktoren, die das Auftreten von Arteriosklerose und damit von koronarer Herzerkrankung begünstigen. Die klassischen Risikofaktoren sind: mangelnde körperliche Bewegung, Rauchen, erhöhtes Cholesterin, Zuckerkrankheit, erhöhter Blutdruck, auch erhöhte Triglyzeride, erhöhte Harnsäure. Neuere Risikofaktoren sind: erhöhtes Fibrinogen (ein Gerinnungsstoff) im Blut, Lipoprotein a (bestimmter "Fettanteil" im Blut), evtl. auch erhöhtes Homocystein. In neuester Zeit diskutiert werden auch Reaktionen auf Bakterien bzw. deren Produkte, wie sie bei mangelnder Zahnhygiene und bestimmten Infektionen vorkommen.

Nach oben

Sinusknoten

Der "Taktgeber" des Herzens. Es ist eine Anhäufung spezialisierter Zellen, die regelmäßig einen elektrischen Impuls über das Herz schicken, der über das Reizleitungssystem zum Herzmuskel geleitet wird und diesen zur Kontraktion (Zusammenziehung) veranlaßt.

Nach oben

Sinusknotensyndrom

Störung der Regelmäßigkeit des Sinusknotenimpulses im Sinne einer Verlangsamung oder des Ausbleibens einzelner Impulse. Führt bei stärkerer Verlangsamung zu Syptomen wie Schwindel oder Kollaps mit Bewußtlosigleit (Synkope).

Nach oben

Stenose

Verengung, z.B. einer Herzkranzarterie oder einer anderen Arterie. Gebräuchlich ist der Begriff aber auch bei anderen Organen.

Nach oben

Stent

Nach erfolgter Aufweitung eines Gefäßes, meist durch PTCA eingesetzte Gefäßstütze. Sie besteht aus einem zylinderförmigen Metallteil aus Maschenwerk. Dieses wird mittels Katheter eingebracht und mit dem Ballon aufgedehnt. Es stützt die Gefäßwände und setzt damit bei Problemfällen die Wiederverengungsrate herab. Die Entscheidung über die Notwendigkeit eines Stenteinsatzes wird immer im Einzelfall entschieden.

Nach oben

Synkope

Kurzdauernde Bewußtlosigkeit, zumeist verbunden mit Sturz. Das Ursachenspektrum ist sehr groß. Neben Herz- Kreislauferkrankungen sind auch neurologische Erkrankungen, Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans u.a. in Betracht zu zeihen. Die Abklärung von Synkopen erfordert eine eingehende kardiologische Untersuchung. Nicht selten bleibt die Ursache unklar.

Nach oben

Tachykardie

Jede Form von zu schnellem Herzschlag. Nicht immer krankhaft zu bewerten. Mildere Formen von Tachykardie können durch vegetative Einflüsse bedingt sein. Unter den Tachykardien als Rhythmusstörungen unterscheidet man supraventrikuläre (zumeist aus dem Herzvorhof hervorgehende) und ventrikuläre (aus den Herzkammern hervorgehende) Tachykardien.

Supraventrikuläre Tachykardien kommen oft ohne Vorhandensein einer organischen Herzerkrankung vor. Sie können gefährlich sein, wenn sehr hohe Herzfrequenzen erreicht werden, besonders bei Präexzitationssyndrom. Es kann zu Blutdruckabfall oder schneller Überleitung auf die Herzkammer kommen, letzteres u.U. mit der Gefahr von Herzkammerflimmern. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Tachykardie wenigstens einmal im EKG zu dokumentieren. Hierzu stehen neben dem EKG das 24 Stunden Langzeit-EKG und der Event-Recorder zu Verfügung. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und der Häufigkeit der Tachykardien. In jedem Fall muß eine gründliche kardiologische Untersuchung vorausgehen. Neben der Behandlung mit Antiarrythmika (Herzrhythmusmedikamenten) steht in bestimmten Fällen die elektrische Ablation zur Verfügung.

Ventrikuläre Tachykardien sind überwiegend Begleiterscheinung einer schwereren organischen Herzerkrankung. Sie können gefährlich werden bei höheren Frequenzen, indem sie zum Blutdruckabfall führen oder auch zum Herzkammerflimmern. Die Behandlungsnotwendigkeit richtet sich nach Art und Frequenz der Tachykardie sowie nach der Art und Schwere der zugrundeliegenden Herzerkrankung. In jedem Fall muß eine gründliche kardiologische Untersuchung vorausgehen. Behandelt wird nur bei möglicherweise lebensbedrohenden ventrikulären Tachykardien, da es sich um eingreifende Behandlungsverfahren handelt. Die Behandlung ist dem Spezialisten (Kardiologen) vorbehalten. Neben der medikamentösen Behandlung kommen auch operative Verfahren und die Implantation eines AICD in Frage.

Patienten mit derartigen Herzrhythmusstörungen bedürfen einer ständigen intensiven kardiologischen Betreuung.

Nach oben

Triglyceride

Eigentliche Fettsubstanzen im Blut. Ein Risikofaktor sind sie im Zusammenhang mit hohem LDL- Cholesterin. Ihr Blutspiegel ist stark ernährungsabhängig, u.a. auch von Alkoholzufuhr. Die Erhöhung nennt man Hypertriglyceridämie.

Nach oben

Vorhofflimmern

Häufige Herzrhythmusstörung. Dabei kreisen die Herzströme mit hoher Geschwindigkeit über die Herzvorhöfe und werden unregelmäßig auf die Herzkammern übergeleitet. Die Herzschlagfolge ist ständig unregelmäßig, oft auch zu schnell. Gefahren dabei sind die zu schnelle Überleitung auf die Herzkammer und die Ausbildung von Gerinnseln im Herzvorhof. Letztere wiederum können zu Embolien führen, am häufigsten mit der Folge des Schlaganfalls. Die Herzleistung ist etwas herabgesetzt, kann sich langfristig aber anpassen. Vorhofflimmern erfordert immer eine Embolievorbeugung mit Medikamenten. Es hängt von den kardiologischen Untersuchungsergebnissen ab, ob dazu eine intensive (Marcumar) oder leichtere Gerinnungshemmung (ASS, z.B. Aspirin) notwendig ist. Wenn nicht eine schwerere Herzerkrankung es aussichtslos erscheinen läßt, wird eine Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus (mit Medikamenten oder Elektrokardioversion) angestrebt. Vorhofflimmern kann eine Herzerkrankung anzeigen, kommt aber auch bei gesundem Herzen vor.

Nach oben