Zentrum für ganzheitliche
KARDIOLOGIE - Dr. med. Caroline Berndt

Was genau kann und macht eigentlich ein Herzschrittmacher?

Ein Herzschrittmacher wird dann gebraucht, wenn der Puls/die Herzfrequenz des Menschen zu langsam ist. Er ist ein implantierbares, elektronisches System.

Normalerweise hat jedes Herz einen eigenen “elektrischen Impulsgeber” (sogenannter Sinusknoten) sowie etwas weiter unten im Herzen einen ”Verteilerknoten” (sogenannter AV-Knoten), der das Herz dazu bringt, sich regelmäßig ”zusammenzuziehen” und damit Blut in den Körper zu pumpen.

Was macht der Herzschrittmacher?

Wenn der eigene elektrische Impulsgeber und/oder der Verteilerknoten ihre Arbeit nicht mehr ausreichend leisten können, dann wird der Puls des Menschen zu langsam.
Wenn die Herzfrequenz normalerweise in Ruhe irgendwo zwischen 50 und 90 Schlägen/ Minute liegt, dann kann diese Herzfrequenz bei Erkrankungen des körpereigenen “elektrischen Systems” bis unter 30 Schläge / Minute sinken. Das führt zu Müdigkeit, fehlender Belastbarkeit und vor allem oft auch zu gefährlichen Synkopen (Kollaps mit nachfolgender Bewusstlosigkeit und häufig schweren Verletzungen im Rahmen des Zusammenbruches). Die Menschen mit Erkrankungen der herzeigenen Elektrik brechen oft ohne jede Vorwarnzeichen zusammen, da die Pause zwischen zwei Herzschlägen zu lange war und das Gehirn dadurch nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden konnte. Schlimmstenfalls kann man an einem zu langsamen Puls auch versterben.

Das körpereigenen elektrische System braucht dann die Unterstützung durch einen Herzschrittmacher. Dieser kann sowohl den ”Impulsgeber” als auch den “Verteilerknoten” unterstützen. Ein Herzschrittmacher besteht aus einem Aggregat und einer oder zwei dazugehörigen Sonden. Der Herzschrittmacher wird unter die Haut gelegt, die Sonde(n) führen dann bis ins Herz, um dort die Arbeit der herzeigenen Elektrik zu unterstürzen/zu übernehmen.

Die erste Implantation eines Herzschrittmachers hat 1958 stattgefunden. Damals waren die Geräte noch riesengroß und mussten im Bauchraum eingebaut werden, da sie soviel Platz brauchten. Durch den rasanten Fortschritt im Bereich der Technik sind diese Geräte heute kleiner als eine Streichholzschachtel und können leicht unterhalb des Schlüsselbeines unter die Haut geschoben werden. Die Sonde (n) werden über eine Vene dann zum Herzen geschoben. Das Ganze passiert in lokaler Betäubung und dauert in der Regel etwa 30 Minuten.

Die Technik hat auch die Funktionen des Schrittmacher-Systems in den Jahren immens verbessert. Ein Schrittmacher-System ist heute ein “kleiner Computer”, der Daten aufzeichnen kann (z. B.: wie oft musste der Schrittmacher einsetzen, wie viel hat das herzeigenen elektrische System gearbeitet, wie viel Batterie-Kapazität wurde verbraucht, arbeiten alle elektrischen Bestandteile des Schrittmachersystems regelrecht), der jeden einzelnen Herzschlag überwacht und kontrolliert, ob er das Herz unterstützen muss oder nicht. Letztendlich ist er in der Lage das herzeigenen elektrische System komplett zu ersetzen.

Ein Herzschrittmacher muss mit seiner Programmierung immer optimal an den jeweiligen Träger angepasst sein. Um dieses sowie die sichere und fehlerfreie Funktion eines Schrittmachers zu gewährleisten, muss dieser dann im weiteren Verlauf nach der Implantation  regelmäßig (in der Regel ein-oder zweimal im Jahr) überprüft werden. Das passiert bei einem Facharzt/In für Kardiologie.

Bei einer Schrittmacherkontrolle wird der Patienten nach eventuell aufgetretenen Beschwerden befragt und es wird ein EKG geschrieben. Danach werden alle im Schrittmacher aufgezeichneten Daten ausgelesen, die Funktion des Schrittmachers, der angeschlossenen Elektroden, sowie die Batterie anhand von Tests überprüft. Gegebenenfalls werden erforderliche Änderungen der Programmierung oder der Vormedikation vorgenommen. All das geschieht mit einem Abfragegerät. Das ist für den Patienten nicht unangenehm oder schmerzhaft.
Am Ende der Untersuchung werden dem Patienten die aktuellen Befunde erläutert und er erhält ein Dokument über die aktuellen Daten seines Schrittmachers. Der Hausarzt erhält einen ausführlichen Bericht über die Kontroll-Ergebnisse.

Wenn mit den Jahren die Batteriekapazität des Herzschrittmachers nachlässt, wird das Aggregat im Krankenhaus ausgetauscht. Eine Batterie-Aufladung von außen ist aktuell nicht möglich.

Herzrhythmusstörungen (außer dem o.g. zu langsamen Herzschlag) können mit einem “normalen Herzschrittmacher” nicht beseitigt werden.
Dafür gibt es “Spezial-Schrittmacher”.

Untersuchung durch den Kardiologen

Für welche Maßnahme Sie im Falle von Herzstörungen geeignet sind, sollte unbedingt im Vorfeld mit einem Experten (Kardiologe, möglichst mit Schwerpunkt auf Herzrhythmusstörungen) besprochen und geplant werden.

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