Zentrum für ganzheitliche
KARDIOLOGIE - Dr. med. Caroline Berndt

Schmerzmittel sind kein Bonbons - insbesondere nicht für Herzpatienten!

Ganz im Gegenteil, bei “Herzpatienten” besteht bei einigen Schmerzmitteln sogar Lebensgefahr!
Es geht hier um die weit verbreiteten und oft auch rezeptfrei zu erhaltenden Schmerzmittel der Gruppe der NSAR (sogenannten “nichtsteroidale Antiphlogistika”, und hier besonders um die Medikamente Diclofenac und Ibuprofen).
Eines der Medikamente aus diese Gruppe wurde deshalb sogar schon vom Markt genommen (Rofecoxib).

Die Problematik

Diese Mittel werden in großen Mengen von Patienten mir Rücken- und/oder Gelenkbeschwerden eingenommen. Ihre entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung ist sicherlich auch gut. Aber: sie haben viele Nebenwirkungs-Möglichkeiten.

Diese Nebenwirkungen sind zum Teil so drastisch, dass man Patienten mit einer Erkrankung der Herzkrankgefäße (sog. KHK, Zustand nach Herzinfarkt, Zustand nach Gefäßerweiterungen (PTCA/Stent-Versorgung)) oder einer Herzschwäche inzwischen kategorisch davon abrät, diese Medikamente - auch in geringen Mengen - einzunehmen.
Das ist leider und erschreckenderweise bisher nur einem ganz kleinem Teil der “Herzpatienten” bekannt.

Das die sogenannten NSAR das Risiko an einer Herz-/Gefäßerkrankung zu erkranken, deutlich erhöhen, ist mittlerweile aber durch zahlreiche Studien belegt.

Bei Patienten, die zum Beispiel bereits ASS einnehmen (das tut jeder Patient, der bereits eine Erkrankung an den Herzkrankgefäßen hat), verdoppelt sich das Blutungsrisiko (z.B. Magenblutung), wenn sie eines der oben genannten Medikamente einnehmen.

Das Risiko von Gefäßverschlüssen (am Herzen (Herzinfarkt) oder im Kopf (Schlaganfall)) erhöht sich unter der Einnahme dieser Medikamente um 40%.

In einer neuen Studie, die über 90.000 Patienten in zahlreichen Ländern untersucht hat, konnte jetzt auch noch nachgewiesen werden, dass das Risiko eine Herzschwäche zu erwerben, bei der aktuellen Einnahme der o.g. Medikamente um 19 % erhöht ist (nachzulesen bei British Medical Journal (2016; doi: 10.1136/bmj.i4857).

Rezeptfrei muss nicht "ungefährlich" bedeuten!

All das ist besonders erschreckend, wenn man weiß, dass diese Medikamente zum großen Teil rezeptfrei in jeder Apotheke zu bekommen sind.

Es gilt also für Patienten mit bereits bestehenden Herz-/Gefäßerkrankungen die klare Empfehlung: Finger weg von Dicofenac und Ibuprofen! Und das gilt ohne wenn und aber.

Die Lösung

Es gibt zahlreiche Alternativen für diese Medikamente, bitte erkundigen Sie sich bei ihrem Hausarzt, in schwierigen Fällen ev. sogar bei einem Arzt, der auf Schmerzmedizin spezialisiert ist.

Untersuchung durch den Kardiologen

Für welche Maßnahme Sie im Falle von Brustschmerzen geeignet sind, sollte zeitnah mit einem Experten (Hausarzt, ggf. Kardiologe) besprochen und geplant werden.

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