Zentrum für ganzheitliche
KARDIOLOGIE - Dr. med. Caroline Berndt

Vorhofflimmern - Was können Sie dagegen tun?

Leider fängt es hier mit einer bedingt traurigen Nachricht an. Aktuell gibt es weltweit nichts, mit dem man Vorhofflimmern definitiv beseitigen kann.
Keine Pille, kein Katheterverfahren, keine OP. Bedingt traurig ist es deshalb, weil man mit Vorhofflimmern auch ohne weiteres leben und alt werden kann.

Wie kann man nun verfahren?

Es gibt aber Möglichkeiten zu versuchen,  das Vorhofflimmern so einzustellen, dass man damit mit wenig/keinen Beschwerden leben kann oder aber es direkt zu behandeln, in der Hoffnung, es für längere Zeit oder ev. auch für immer loszuwerden.

1. Möglichkeit

Man lässt das Vorhofflimmern Vorhofflimmern sein, und passt nur darauf auf, dass es langsam genug ist (von sich aus neigt Vorhofflimmern dazu, etwa doppelt so schnell wie der normale Puls zu sein) und eine Blutverdünnung einzunehmen (Patienten mit Vorhofflimmern leben in der Regel in der Gefahr, dass sich durch den unregelmäßigen Herzschlag Gerinnsel bilden, die ungünstigen Falles in den Kopf wandern und einen schweren Schlaganfall auslösen können.
Wenn man also diese beiden Dinge bedenkt, kann man mit Vorhofflimmern ohne Weiteres leben. Diese Vorgehensweise eignet sich besonders bei asymptomatischen Patienten, die gar nicht spüren, dass sie einen unregelmäßigen Herzschlag haben, für ältere Patienten oder Patienten, die schon lange Vorhofflimmern haben.

2. Möglichkeit

Mittels eines ”Rhythmus-Medikaments” (sogenanntes Antiarrhythmikum) kann versucht werden, den normalen Herzrhythmus zu stabilisieren. Diese Antiarrhythmika sind stärker als z.B. ein normaler Beta-Blocker (der vor allen dafür da ist, den Herzschlag langsam genug zu machen), sie haben aber auch mehr Nebenwirkungsmöglichkeiten. Das heißt natürlich nicht, dass man alles bekommt, was auf dem Beipackzettel steht, aber man hat eben etwas mehr an möglichen Beschwerden, die man durch die Tabletten bekommen könnte.

3. Möglichkeit

Die aktuell wirkungsvollste und erfolgversprechendste Maßnahme ist die Katheterablation/Verödung der Fehlerregungen im Herzen (sog. Pulmonalvenen-Isolation). Dabei wird in einem ca. 2,5-4,5 Stunden dauernden Eingriff versucht, die Rhythmusstörung zu beseitigen.
Für dieses Verfahren braucht man keine Vollnarkose nur einen ”Beruhigungs-/Schmerztropf”, damit man die ganze Zeit möglichst schläft und beschwerdefrei und ruhig auf dem Untersuchungstisch liegt.

Die Katheter werden durch die Leiste zum Herzen geschoben, dass heißt, es ist keine Operation, bei der etwas ”aufgeschnitten werden muss”. Man bleibt in der Regel zwischen 3 max. 5 Tage im Krankenhaus. Von den genannten Maßnahmen ist sie die wirkungsvollste, aber auch die aufwendigste. Letztendlich wird mit Strom oder Kälte direkt im Herzen gearbeitet.

Diese Maßnahme ist für Menschen geeignet, die zum einen bereit sind, diesen Schritt zu gehen, um zu versuchen, das Vorhofflimmern los zu werden, für Patienten, die sehr unter dem Vorhofflimmern leiden, für Patienten, die noch nicht allzu lange Vorhofflimmern haben (je länger das Vorhofflimmern bereits besteht, desto schwieriger wird es, all die Fehlerregungen zu veröden) oder für junge, ansonsten herzgesunde Patienten mit Vorhofflimmern. Oft reicht es aber nicht aus, dass man sich einmal diesem Verfahren unterzieht, sondern man muss diese Behandlung mehrfach durchführen lassen.

Zu Beachten

Wichtig zu wissen ist, dass es man bei all den Verfahren danach seine Blutverdünnungs-Therapie weiter einnehmen muss, wenn man sie davor benötigt hat.
Eine Ablationsbehandlung ist also keine Möglichkeit, die Blutverdünnung los zu werden.

4. Möglichkeit

Eine Maßnahme, die eigentlich keine “richtige Therapie” ist, sollte noch kurz genannt werden. Es ist die sogenannte elektrische Kardioversion. Bei diesem Verfahren wird das Herz durch einen kleinen “Elektrostoß” von außen wieder in den richtigen Takt gebracht.
Hier wird nicht die Ursache von Vorhofflimmern bekämpft, sondern eine Art ” Kaltstart” des Herzens gemacht. Das Herz wird durch den Elektrostoß ganz kurz angehalten, und fängt dann in aller Regel wieder mit dem ”normalen Rhythmus” (sog. Sinusrhythmus) an.
Wie lange das Herz dann aber in dem normalen Rhythmus bleibt, ist nicht vorauszusehen. Trotz dessen würde man - insbesondere, wenn das Vorhofflimmern zum aller ersten mal dokumentiert wurde - dieses Verfahren als erste, unkomplizierte Maßnahme empfehlen. Der Patient bekommt für diesen Eingriff eine ganz kurze, für wenige Minuten anhaltende Schlafspritze und merkt davon nichts.

Untersuchung durch den Kardiologen

Für welche Maßnahme Sie im Falle von Vorhofflimmern geeignet sind, sollte unbedingt im Vorfeld mit einem Experten (Kardiologe, möglichst mit Schwerpunkt auf Herzrhythmusstörungen) besprochen und geplant werden.

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